Das Jagdgeschwader 5 war kein Jagdverband wie zum Beispiel das Jagdgeschwader 2 oder 3 sondern wurde aus verschiedenen Staffeln wie etwa der I./JG 77 und des ZG 76. Die Umbenennung in JG 5 erfolgte am 25. Januar 1942.
Erster Geschwaderkommodore war Oberstleutnant Handrick, der Stab lag in Petsamo. Zum Geschwader gehörte außerdem die Zerstörerstaffel, die 10.(Z)/JG 5, unter Führung von Oberleutnant Brandis.
Deutsche Kampfverbände flogen nahezu pausenlos Angriffe auf Murmansk. Aufgabe des JG 5 war dabei vor allem der Begleitschutz. Ein weiteres Angriffsziel war die wichtige Murman-Bahn, auf der die Nachschublieferungen von Murmansk nach Rußland hineintransportiert wurden. Gewöhnungsbedürftig war der 24-Stunden-Einsatz im Sommer, weil die Sonne nicht unter den Horizont sank. In den Wintermonaten hingegen herrschte die Dunkelheit vor, denn nun gab es nur für einige Stunden am Tage sogenanntes Dämmerlicht. Extreme Kälte, primitive Verhältnisse, Einsamkeit und ungewohntes Klima trugen dazu bei, Selbstverständlichkeiten zum Problem werden zu lassen. Hinzu kamen Einsätze, die weit über See hinausführten, sowie Flüge tief in das russische Hinterland hinein.
Im Mai 1942 begannen die ersten großen Geleitzugschlachten im Eismeer, bei denen das JG 5 hohe Abschußerfolge verzeichnete. Im Sommer 1942 entstand aus Teilen der III. Gruppe und aus Staffelneubildungen die IV./JG 5. Ihr erster Kommandeur war Hauptmann Kriegei. Die in Kirkenes liegende Zerstörerstaffel, jetzt mit der endgültigen Bezeichnung 13.(Z)/JG 5, führten nach dem Tode von Oberleutnant Brandis Hauptmann Schloß stein, Oberleutnant Ludwig Franzisket und danach Hauptmann Treppe.
Im Sommer des Jahres 1942 griffen die Sowjets mit Torpedofliegern deutsche Nachschubgeleite nach Petsamo an. Dem JG 5 gelang es in den meisten Fällen, diese sowjetischen Angriffe zu zerschlagen. Im November 1943 wurde die I./JG 5 von der Westküste nach Rumänien und Bulgarien verlegt, wo sie für etwa zweieinhalb Monate blieb, um dann in der Reichsverteidigung eingesetzt zu werden. Stammplätze waren hier Obertraubling und Herzogenaurach. Nach einem verlustreichen Einsatz am 16. März 1944 über dem Donaugebiet, bei dem Major Gerlitz fiel, übernahm Major Carganico die Gruppe, der allerdings auch am 27. Mai im Einsatz fiel. Hauptmann Theo Weißenbergerübernahm das Kommando. Unter ihn flog das Geschwader erfolgreiche , aber auch durch hohe Verluste gekennzeichnete Einsätze im Westen. Oktober 1944 wurde sie in III./JG 6 umbenannt und schied damit aus dem Verband des “Eismeergeschwaders. aus.
Die II./JG 5 flog von Gardelegen Einsätze an der Westfront sowie über dem Reich. Ende 1944 mußten Nordfinnland und Nordnorwegen Schritt für Schritt geräumt werden. Zur Verstärkung der JG 5-Staffein wurde die IV. Gruppe von Südnorwegen vorübergehend nach Nordfinnland verlegt. Von Petsamo und Kirkenes ging es nach Banak, Berlevaag, Alta oder Bardufoss; im Dezember über Bodö nach Drontheim und im Januar 1945 nach Gossen. Am 12. November 1944 wurde das im Tromsöfjord liegende Schlachtschiff “Tirpitz” durch Lancaster-Bomber der Royal Air Force versenkderen Angriff vom JG5 nicht verj´hindert werden konnte. Anfang des Jahres 1945 wurde eine neue II./JG 5 aufgestellt unter Hauptmann Treppe. Die III. und die IV. Gruppe unter Hauptmann Stendel hatten noch einmal harte Luftkämpfe mit britischen Mustangs und Lancaster zu bestehen, wobei es noch einmal zu einigen Erfolgen, aber auch zu harten Verlusten kam.
Im Jagdgeschwader 5 flogen 15 Ritterkreuzträger und drei Eichenlaubträger. Von diesen sind neun gefallen oder vermißt. Am 9. Oktober 1944 erzielte das Geschwader seinen 3000. Luftsieg, insgesamt dürften es etwa 3200 Abschüsse gewesen sein. Entnommen aus: Das Jägerblatt – Offizielles Organ der Gemeinschaft der Jagdflieger e.V., Ausgabe 3/1982